Allgemeine Infos zum Neubau

Die Weichen für die Erneuerung der Westachse der Messe Dornbirn sind gestellt. Das Land Vorarlberg und die Stadt Dornbirn investieren 28 Millionen Euro (Verteilungsschlüssel 60:40) in den Neubau zwischen den Hallen 8 und 13.

Der Entwurf des Büros Marte.Marte sieht ein schlichtes, aber architektonisch ansprechendes und hochfunktionales Bauwerk vor, das für Markt- als auch Kommunikationsveranstaltungen bestens geeignet ist. Am Tag nach der Herbstmesse 2015 wird mit dem Abriss der bestehenden alten Hallen begonnen, schon die Herbstmesse 2016 soll im Neubau stattfinden.

Vorarlberg ist als Kompetenzzentrum für innovatives Bauen sehr gut positioniert. Und auch das Messegelände verfügt bereits über bemerkenswerte Beispiele zeitgenössischer Vorarlberger Architektur. Dazu zählen das Messe-Stadion von Leopold, Oskar Leo und Johannes Kaufmann, die Messe-Ballsporthalle 1 von Cukrowicz-Nachbauer und das Haus der Messe vom Atelier Rainer + Amann).

In diesem Sinne wird das Messegelände nun weiterentwickelt. Der Neubau der Westachse soll schlicht und funktional werden, aber dennoch eine herausragende architektonische Handschrift tragen, die zum Land passt. Das Büro Marte.Marte hat den Architekturwettbewerb im Vorjahr gewonnen und zwischenzeitlich im Planungsprozess einen herausragenden Entwurf erarbeitet. Das Projekt überzeugt durch eine betont eigenständige und durchwegs schlüssige Interpretation der gestellten Aufgabe.

Durch den Neubau entsteht nicht mehr Fläche, das Messegelände wird nicht vergrößert. Die neue Halle 11 wird mit einer Fläche von 4.800 m2 und einer Raumhöhe von 11 m die größte Veranstaltungshalle Vorarlbergs. Der anschließende Ladehof hat eine Fläche von 1.000 m2 und ermöglicht eine optimale Hallen-Beschickung. Die Halle 9 weist eine Fläche von 3.000 m2 auf. Zwischen der bestehenden Halle 13 und der neuen Halle 11 entsteht ein zusätzlicher Ausstellungsbereich mit insgesamt 1.200 m2. Daneben bietet ein Foyer zwischen den Hallen 9 und 11 eine zusätzliche Nutzfläche von 450 m2. Nach der Fertigstellung kann die Messe Dornbirn auf eine Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche von 34.000 m2 in 15 Hallen zurückgreifen. Das Freigelände umfasst eine Fläche von 18.000 m2.

Es entsteht ein monolithischer Baukörper, der durch drei markante, ellipsenförmige Einschnitte eine spannungsvolle Gliederung erlangt, die im funktionellen Sinne dem vorgegebenen Programm bestens entspricht.

Auf der Ostseite – also vom Freigelände aus – betritt man über ein elliptisch geformtes Portal das große Foyer 10 zwischen den neuen Hallen 9 und 11. Auf der Westseite stellt der kleinere dieser beiden Einschnitte einen weiteren Eingangsbereich in die neuen Hallen dar. Der Größere wird primär zur Anlieferung und zum Parken benutzt, diese ausdrucksvolle Ellipse könnte sich aber auch zu einer Location im Freien, z.B. für Rahmenprogramm, entwickeln.

Aufgrund der großen Kubatur sind innovative Planungsleistungen in Architektur und Statik notwendig, die im Land erfahrungsgemäß bestens erbracht werden – bei der großen der neuen Hallen beträgt die Spannweite des Tragwerks etwa 66 Meter, ohne dass Stützen in der Hallenmitte benötigt werden.

Dass ein identitätsstiftendes Bauwerk entsteht, liegt auch an der Materialisierung – denn eine hohe Bedeutung kommt dem Holzbau zu. So wird einerseits das statisch anspruchsvolle Tragwerk aus Holz sein – insgesamt wird es im Abstand von 1,5 Metern auf beiden Seiten über 60 jeweils 25cm starke Holzstützen geben, die 11 Meter hoch sind. Die darauf gelegten Leimholz-Fachwerkträger sind dann 4,5 Meter hoch und überspannen die Hallen ohne Stützen.

Auch die Innenverkleidung der Hallen wird vorwiegend in Holz gefertigt – der Werkstoff Holz wird damit auf innovative Weise mehrfach eingesetzt. Ergänzend wird mit Beton und in der Fassade auch mit Metall gearbeitet. Sowohl die Baumeister als auch die Zimmerer werden Aufträge erhalten, die sich in Summe etwa die Waage halten.